Pad Culture | NovationMusic.com

Die Geschichte der
Launchpad-lightshow

Als Launchpad 2009 entwickelt wurde, hatten seine Schöpfer bei Novation und Ableton keine Ahnung, was dieses Gerät im Internet für Wellen schlagen würde. Eigentlich flog das kleine Pad im ersten Jahr seiner Produktion sogar ziemlich unter dem Radar in der Welt der Musiktechnik. Launchpad wurde damals hauptsächlich von Ableton-Nutzern eingesetzt, die ihre Live-Sets manuell steuern wollten. Das Tastenraster und die direkte Ansteuerung einzelner Clips in der Session-Ansicht von Live machten das Gerät zum perfekten Interface für Musiker, die sich ein günstiges, erweiterungsfähiges und benutzerfreundliches Bedienpanel wünschten.

Trotz der Auslegung des Launchpad auf Ableton gab es von Anfang an einen gewissen DIY-Aspekt. Es dauerte jedoch eine Weile, bis die Benutzer das wahre Potenzial dieser Tastenkiste erkannten, die da in ihrem Studio stand. Im Gegensatz zu anderen Controllern, die damals auf dem Markt erhältlich waren – darunter insbesondere der Akai APC40 –, beschränkte Launchpad seine Nutzer nicht auf einen vorkonfigurierten Workflow. Stattdessen bot das Gerät ein leeres Blatt in Form von User-Modi, mit denen Musikschaffende einzigartige und ausdrucksstarke Hardware-Interfaces für praktisch jede Software mit einfacher MIDI-Programmierung erstellen konnten. Launchpad war nicht das erste Gerät mit dieser Funktion: Das Monome 64 sieht dem Launchpad zwar sehr ähnlich und wurde knapp ein Jahr vorher eingeführt, erforderte aber eine Menge Programmierkenntnisse und Erfindergeist. Launchpad brachte die Möglichkeit von Plug & Play: Benutzer konnten schnell und intuitiv Controller-Flächen erstellen, ohne dafür eine neue Programmierplattform wie Open Sound Control (OSC) oder Max/MSP lernen zu müssen.

Der Madeon-Effekt

Das Potenzial von Launchpad als Performance-Instrument wurde erst erkannt, als ein junger französischer Künstler namens Madeon am 11. Juli 2011 auf YouTube ein Video mit dem Titel „Pop Culture“ veröffentlichte. In der zugegeben etwas unscharfen Aufnahme feuert Madeon im Keller seiner Eltern makellos arrangierte Samples aus „39 Songs, die ich mag“ ab. Es wird eines der größten Live-Mashups der Geschichte. Sein Instrument? Das Novation Launchpad. Dieses Geschenk der Social-Media-Götter zeigte das Potenzial von Launchpad in einem perfekten, kompakten Video, das nach wenigen Wochen schon Millionen Menschen gesehen hatten. Es ging absolut viral. Schon bald war das Abfeuern von Clips Teil der Popkultur (insofern war der Titel des Videos durchaus passend) und Launchpad war in diesem Zusammenhang DIE Hardware schlechthin.

Madeons „Pop Culture“-Video entfachte die Fantasie zahlloser Musiker, aber es dauerte noch mehrere Monate, bis sich jemand anderes daran wagen würde. Der Australier M4SONIC war einer der Pioniere der zweiten Welle, der zuerst komplett live Samples von Skrillex in ein Mashup packte, bevor er seinen eigenen Track mit dem Titel Weaponvorstellte. Das Video dazu wurde fast exakt ein Jahr nach „Pop Culture“ auf YouTube gestellt. Der Sound von M4SONIC war roh und ungezähmt und wies bereits alle Merkmale des EDM-Sounds zu seiner Blütezeit auf. Andere Launchpad-Künstler wie Exige aus dem australischen Adelaide folgten bald nach und lieferten Darbietungen mit mehreren Launchpads, Overdubs und Splitscreens. Mit „Ultimate Launchpad Mashup“ war Exige einer der ersten Vertreter dieser Stoßrichtung.

Die Messlatte höher setzen

Bald darauf wurden Launchpad Lightshows zur mehr als nur der künstlerischen Entfaltung einiger weniger Profis: Jedes Video setzte die Messlatte für andere höher. Fans und Musiker sahen sich die Videos mit offenen Mündern an – und das oft mehrmals hintereinander Bild für Bild, um die Performance in ihre Einzelteile zu zerlegen und sich von der Arbeit anderer inspirieren zu lassen. Die Szene war so offen, dass Lightshow-Künstler ihre Session-Dateien aus Ableton öffentlich zur Verfügung stellten. So präsentierten sie ihre Arbeit, ermutigten Neulinge zum Einstieg und bewiesen, dass alles echt war!

Zeitgleich zum explosionsartigen Aufkommen neuer, talentierter Lightshow-Künstler verbesserte Novation die Launchpad-Hardware. Zuerst kam das Launchpad S mit helleren LEDs und einem schnelleren Prozessor, mit dem die beleuchteten Pads wesentlich schneller aktualisiert werden konnten. Obwohl die Farbwiedergabe immer noch auf Grün, Orange, Gelb und Rot (wie beim Launchpad v1) beschränkt war, unterstützte die höhere Prozessorgeschwindigkeit mehr Auflösung für Blinkleuchten und LED-Effekte. Lightshow-Pioniere wie Nev nutzten dies voll aus, wie man etwa in seinem Remix von Zedds „Spectrum“ aus dem Frühjahr 2014 sehen kann.

Den wirklichen Turboschub bekam die Szene 2015 mit der Einführung des Launchpad MkII und des Launchpad Pro. Beide neuen Launchpad-Modelle waren mit RGB-LEDs ausgestattet, die viele verschiedene Farben, von Reinweiß über Neonpink bis Neonblau, wiedergeben konnten – und natürlich alle Nuancen dazwischen. Als diese neue Technologie auf den Markt kam, wurden Launchpad-Lightshows schlagartig komplexer. Plötzlich konnten Künstler mit ihren Leuchten Bilder malen und hypnotisierende Welleneffekte mit den Pads mehrerer Launchpads erschaffen. R!ot aus Los Angeles verwob sein Songwriting-Talent mit farbenfrohen Lichteffekten in seinem Video zu seinem Song „Slowly“, während der britische Performer Kaskobi für seine Coverversionen bekannter Songs in Kombination mit beeindruckenden Video-Darbietungen bekannt wurde, die dank LED-Spektakel genauso viel für die Augen wie für die Ohren boten.

Die Gemeinschaft spaltet sich

An diesem Punkt geben viele Künstler zu, dass sich die Szene zu teilen begann. Auf der einen Seite gab es die Künstler, die zu 100 % live arbeiteten und per Knopfdruck direkt Sounds abfeuerten und LEDs aufleuchten ließen. Auf der anderen Seite waren die Performer, die sich eher als Programmierer verstanden und komplexe Lichtaktionen synchron zur Musikauswahl erstellten, die aber nicht zwangsläufig manuell ausgelöst wurden. Im Bereich dazwischen experimentierten Hunderte kreative Künstler mit neuen Stilen, Sounds und Formen, um sich weiterzuentwickeln und zu Lightshow-Legenden zu werden.

Trotz dieser kleineren Aufspaltungen ist die Szene weiterhin auf Kurs – an allen Ecken und Enden der Welt treten scheinbar wöchentlich neue Lightshow-Künstler auf den Plan. Die Gemeinschaft der Lightshow-Fans, die ihre Lieblingskünstler in Webforen und mit YouTube-Kommentaren unterstützen, ermutigen Musiker dazu, sich mit dem Launchpad als Instrument auszudrücken. Und obwohl das „Faken“ nach wie vor kontrovers diskutiert wird, haben alle Lightshow-Künstler ein gemeinsames Ziel: die Szene voranzubringen und die technischen Möglichkeiten am Launchpad auszureizen. Die Geschichte der Launchpad-Lightshow steckt voller phänomenaler Errungenschaften, technischer Fähigkeiten und persönlicher Triumpherlebnisse … und sie hat gerade erst begonnen.

Wenn du noch neu in der Launchpad-Lightshow-Szene bist, kannst du ganz leicht einsteigen. Einen guten Ausgangspunkt bietet unser Leitfaden, mit dem du Launchpad in sechs einfachen Schritten kennenlernen kannst: https://www.novationmusic.com/launch-6-steps

Alle Launchpad-Produktmodelle findest du auf der Homepage: https://www.novationmusic.com/launch